Jetzt weiß ich nicht mehr wo ich bleiben soll

ann-cotten

Schwer zu sagen, warum der letzte Vers in Ann Cottens Gedicht „Eine Zeit lang bin ich früh nach Hause gegangen“ so eine melancholische Wucht entwickelt. Vielleicht ist es der scharfe Kontrast zwischen kindischem Reimen (blasser, krasser, voll, soll) und der Plötzlichkeit der Erkenntnis über eine Art Verlorenheit, die sich nicht nur aus einer Unentschiedenheit zwischen Heimgehen und Noch-in-der-Kneipe-Bleiben speist, sondern geradezu als Epiphanie im Alltag – ja, was? – eine Ortlosigkeit, Unbehaustheit, Einsamkeit als allgemeinen Zustand formuliert. Lesen kann man es jedenfalls in voller Länge (bzw. Kürze) seit gestern als Teil von einem Gruß aus Japan im Suhrkamp-Logbuch, und das ist sehr gut so.

Zuletzt von Ann Cotten erschienen:

Hauptwerk. Softsoftporn. Verlag Peter Engstler, 72 Seiten, 14 €

Der schaudernde Fächer. Suhrkamp Verlag, 251 Seiten, 21,95 €

Foto © Suhrkamp Verlag

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2 Kommentare zu “Jetzt weiß ich nicht mehr wo ich bleiben soll

  1. Pingback: 92. Gruß aus Japan | Lyrikzeitung & Poetry News

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