Umberto Eco: Der Friedhof in Prag


Eco & Eisner: Zwei Originale, in denen es um Fälschung geht.

Spürnasen werden es schon gerochen haben: Diesen Herbst erscheint mit „Der Friedhof in Prag“ ein neuer historischer Roman von Umberto Eco.

Acht Jahre nach „Baudolino“ führt „Il cimitero die Praga“ (das deutsche Buchcover war zu Redaktionssschluss noch nicht veröffentlicht) tief ins 19. Jahrhundert; zum Personal zählen Mönchen, Freimaurer, Verschwörer, Fälscher und Verräter. Aus dem Klappentext:

Ein Abt stirbt zweimal, ein paar unbekannte Tote treiben im Pariser Abwasserkanal, und am Ende tauchen die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ auf, die eine Weltverschwörung des Judentums belegen sollen. Mit einem Attentat auf die Pariser Métro wollen die Verschwörer die Bevölkerung aufrütteln.

Bei den Protokollen der Weisen von Zion wurde The Daily Frown hellhörig: Hat nicht die Graphic-Novel-Legende Will Eisner bereits in Bildform über die unselige Geschichte des antisemitischen Textes geschrieben, der immer noch hartnäckig sein Unwesen treibt?


Will Eisner: Das Komplott, S. 133

Er hat! Und seine „wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“, namentlich „Das Komplott“, ist nicht nur ein richtungsweisendes Exempel für ein Sachbuch in Graphic-Novel-Form, sondern auch ein Lehrstück gegen Antisemitismus und die fatale Macht, die Texte leider entwickeln können. Ach ja: Die Einführung hat übrigens ein gewisser Umberto Eco geschrieben.

Umberto Eco: Der Friedhof in Prag. Aus dem Italienischen von Burkhardt Kroeber. Hanser Verlag, 528 Seiten, 26 €

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