Die zwei Türme


„Der Turm“, links das Original, rechts das Softcover. Oder andersrum?

Der Mauerfall. Der 20. Jahrestag, er ist fast da. Das weiß man auch im Hause Suhrkamp. Und da man ja seit einem Jahr einen veritablen Wende-Wälzer im Programm hat, gibt es jetzt was Besonderes zum Jubiläum.

Der, kaum war er erschienen, zum „Volksbuch“ (Süddeutsche Zeitung) ausgerufene „Turm“ von Uwe „Buchpreis“, „Uwe-Johnson-Preis“, „Nationalpreis“ (sic!) Tellkamp ist mit Wirkung zum 28. Oktober 2009 als deutlich günstigere Softcover-Variante erschienen, die mit 16,80 € ganz klar ein niedrigeres Segment ansteuert als die schon fast rekordreifen 24,80 €. Wobei, zum Vergleich, der neue Schätzing und Dan Brown bei stolzen 26 € liegen, und das bei im letzten Fall schnöden 765 Seiten gegenüber 1328 [Schätzing] bzw. 976 [Turm]. Ganz zu schweigen von Pricing-Überflieger David Foster Wallace, dessen unendlicher Spaß bei, na gut, immerhin 1648 Seiten die 39,90 € knackt.

The Daily Frown hat das broschierte Turm-Exemplar, das der ursprünglichen Version zum Verwechseln ähnlich aussieht, getestet. Das Layout ist mit der Hardcover-Vorlage tatsächlich bis auf den Vermerk „Limitierte Sonderausgabe zum 20. Jahrestag des Mauerfalls“ identisch. Der in Format und Papierdicke übernommene Buchblock wurde nun in glänzende Pappe eingebunden. Das Ergebnis ist deutlich rechteckiger (da kein gewölbter Buchrücken) und bringt dabei immer noch ein ordentliches Preisgewicht auf die Waage. Auf das eingelegte Lesezeichen „Die Bewohner des Turms“ wurde verzichtet, ein Lesebändchen gibt es immer noch nicht (David Foster Wallace hat übrigens gleich zwei im unendlichen Spaß, warum auch immer).

Fazit: eine preisgünstige Ausgabe zum spontanen Zugreifen für die limitierte Zeit des Mauerfall-Jubiläums, danach wird wohl das Taschenbuch die bessere Wahl sein – das ist vielleicht dann auch ein paar Kilo leichter, denn lesen muss man die 976 Seiten ja dann doch noch irgendwann.

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2 Kommentare zu “Die zwei Türme

  1. warum auch immer: darum: die teils ellenlangen endnoten wollen durch ein eigenes lesebändchen bequem zu sich genommen werden, ohne dass man während der sowieso schon augenstrapazierenden lektüre sich noch gedanken um die blutzirkulation im in der vorderen lesestelle festgekeilten daumen machen muss. sicherlich könnte man bei nur einem lesebändchen und dessen geschicktem hin- und herzuppeln eine grundsätzlich vergleichbare, jedoch weit weniger luxuriöse leseerfahrung machen, aber wer 40 euro für ein buch ausgibt, dessen plastikeinband leider schnell rosa wird, darf auch das gewisse etwas erwarten.

    in dieser und anderer hinsicht auch keine schlechte idee: http://www.unendlicherspass.de/2009/10/10/unendlicher-spas-die-reiseausgabe/

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