Die Ein-Song-Rezension: Sonic Youth – „Antenna“


Aus: Sonic Youth – The Eternal (Matador Records, 2009). Cover von John Fahey.

My darling cruises the streets for pleasure/Skyscrapers in the dead love dawn/Throbbing blood mind selfless creature/Forever yours and then she’s gone.

Wie Sonic Youth das immer wieder nur schaffen. Aus einem wie unachtsam aus dem Verstärker purzelnden Ton baut sich ein Crescendo auf, das sich innerhalb von einer halben Minute zur berühmten Gitarrenwand weiterentwickelt. Dann die erste Strophe, stampfender Takt, zweite Strophe, sogar ein Refrain: radios play nothing when she’s far away…

Sind wir im Jahr 2009? 1981? 1975 etwa? Wen interessiert das schon? Diese Fahrt verläuft auf anderem Terrain. Vor 200 Jahren hätten Sonic Youth diesem Song wahrscheinlich Lenore genannt, wie Bürger: „Sieh hin! Sieh her, der Mond scheint hell. Wir und die Toten reiten schnell.“ Heute geht die Fahrt durch Hochhäuserschluchten, während die Radios verstummen und irgendwo die letzte Fernsehantenne still vor sich hin rostet. Für immer.

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