Days turn into Nights


Space is the place – hier nicht im Bild: die Erleuchtung

Oasis geben im Münchner Zenith die Pfeifer an den Toren der Morgenröte und zünden ein Feuerwerk an psychedelischer Unterhaltung, das in seinen Höhepunkten an die rauschenden Feste des Summer of Love erinnert.

„The summer sun, it blows my mind, falling down on all that I ever known…“ – diese, wie in der Gebetsmühle wiederholte Strophe aus dem Stück „Falling Down” war einer der Höhepunkte eines Abends, der alles andere als eine Greatest-Hits Show zwischen „Wonderwall”-Wohligkeit und „Rock’n’Roll-Star”-Ekstase war.

Natürlich fehlten auch die Gassenhauer nicht. Mit Spannung aber war erwartet worden, wie sich die neuen Songs in das Programm einfügen würden. Und das gelang an diesem Abend meisterlich: unter die bekannten Töne mischten sich zwar nicht alle, aber die markantesten Titel des neuen Albums „Dig Out Your Soul“, das wie kein anderes zuvor fiebrigen Sixties-Rock und fernöstlich-inspirierte Kiffer-Hymnen zu einem organischen Ganzen verbindet.

Die neue Richtung, wie bei „Falling Down“ zu beobachten, hatte ihren Ursprung schon ihm deutlich Big-Beat-inspirierten Album „Standing On The Shoulder Of Giants“, das im magischen Jahr 2000 die erste Neuerfindung der Band einläutete. Nicht zufällig läuft zur Einstimmung der auch hier erste Track „Fuckin’ In The Bushes“ vom Band. Noel, der im Alleingang schon mit den Elektronik-Pionieren Chemical Brothers zusammenarbeitete, ließ „Falling Down“ folgerichtig als B-Seite von den Kollegen aus Manchester remixen.

Liams experimenteller Ausflug mit dem Produzenten-Duo Death In Vegas, der unter dem Titel „Scorpio Rising“ 2003 erschienen, hat auf „Dig Out Your Soul“ endlich seine Entsprechung unter der Oasis-Kennung gefunden, wie das herrlich zugedröhnte „To Be Where There’s Life“ beweist.

Überhaupt waren die Gallaghers bei den neuen Songs wohl die meiste Zeit mit einer gewissen Lucy in the sky with diamonds. Seien es der „Shock Of The Lightning“ („I got my feet on the street but I can’t stop flyin’/My head’s in the clouds but at least I’m tryin’”) oder das “Waitin’ For The Rapture” („I still don’t know what I was waitin’ for/A big love to fall down from the sky”) – Love is all you need, und Gebr. Gallgher & Co. nehmen Euch alle mit auf ihre Magical Mystery Tour.

Unterstützend wirkte da das wirklich aufwändig ausgetüftelte Multimedia-Konzept der Show im Collage-Stil, das mit dem Term „English Surrealism meets apocalyptic Pop Art“ wohl ganz treffend zu beschreiben ist. Da wimmelte es nur so von Revolvern, Eulen, Sternen, Spiralen, Beefeaters, Bengalischen Tigern, Queen Victoria und angebissenen Äpfeln.

Der traditionelle Schluss-Song „I Am The Walrus“, der von den Beatles auf den Höhepunkt ihrer psychedelischen Phase eingespielt wurde, aber auch schon seit Jahren einen Standard im Oasis-Repertoire bildet, lieferte die perfekte Zusammenfassung des Konzerts. Oasis sind auch im 18. Jahr ihres Bestehens noch Garanten für eine gute Show – diesmal haben sie die Pforten der Wahrnehmung, um mit Aldous Huxley zu sprechen, weiter aufgestoßen denn je.

Die Setlist:
1. Fuckin’ In The Bushes
2. Rock’n’Roll Star
3. Lyla
4. The Shock Of The Lightning
5. Cigarettes & Alcohol
6. The Meaning Of Soul
7. To Be Where There’s Life
8. Waiting For The Rapture
9. The Masterplan
10. Songbird
11. Slide Away
12. Morning Glory
13. Ain’t Got Nothin’
14. The Importance Of Being Idle
15. I’m Outta Time
16. Wonderwall
17. Supersonic
18. Don’t Look Back In Anger
19. Falling Down
20. Champagne Supernova
21. I Am The Walrus

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