Aus dem Wirrsal der Lebenskatarakte


Von abstrakter Lyrik bis zum Urlaut: dadaistisches Plakat (Ausschnitt), 1923

Das 100. Jubiläum des berüchtigten „Futuristischen Manifests“ aus der Feder des Millionärssohns Filippo Tommaso Marinetti treibt vermehrt sonderbare Blüten.

Während Freimuth Eigenbier zu Recht die aufgrund von historischer Parallele geschmacklose Werbekampagne eines Drogeriemarktes in Frage stellt, denken die Zeit und das SZ-Magazin mal mehr (Futurismus und iPhone), mal eher weniger sinnig (ein Modeheft!) über den Futurismus im Jahre 2009 nach.

Im Angesicht all der futuristischen Kriegs- und Gewaltverherrlichung, die in der freudigen Begrüßung des italienischen Faschismus ihren Höhe- und (weltkriegsbedingten) Schlusspunkt fand, ist ein gänzlich anderes Manifest da eine bedeutend weniger belastende Lektüre: das 1918 lancierte „Dadaistische Manifest“ der Berliner Dada-Gruppierung um Richard Huelsenbeck, das in herrlich angriffslustiger Haltung gegen expressionistisches Pathos, bürgerliche Kunst und überhaupt alle „bisherigen Kunstrichtungen“ (den Futurismus schon eingeschlossen) wütete.

The Daily Frown dokumentiert das „Dadaistische Manifest“ in einer Online-Version als fünfseitiges PDF mit behutsamer Nachahmung der ursprünglichen Typographie:

Tristan Tzara, Franz Jung u.a.: „Dadaistisches Manifest“ (1918).

Quelle: Dada-Almanach. Im Auftrag des Zentralamts der deutschen Dada-Bewegung hrsg. von Richard Huelsenbeck. Berlin: Reiss, 1920, S. 36-38. Zitat und Abbildung nach: Karl Riha und Jörgen Schäfer (Hg.): DADA total. Manifeste, Aktionen, Texte, Bilder. Stuttgart: Reclam, 1994.

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