Aufgeschnappt (1)

Ein Ausschnitt aus Franz Kafkas drittem, letztem und umfangreichstem Roman Das Schloß.

„Nun sah er das Schloß deutlich umrissen in der klaren Luft und noch verdeutlicht durch den alle Formen nachbildenden, in dünner Schicht überall liegenden Schnee. Übrigens schien oben auf dem Berg viel weniger Schnee zu sein als hier im Dorf, wo sich K. nicht weniger mühsam vorwärtsbrachte als gestern auf der Landstraße. Hier reichte der Schnee bis zu den Fenstern der Hütten und lastete gleich wieder auf dem niedrigen Dach, aber oben auf dem Berg ragte alles frei und leicht empor, wenigstens schien es so von hier aus.“

Malcolm Pasley zufolge hat Kafka das Buchprojekt 1922, „vermutlich am ersten Tag seines Erholungsurlaubs im Riesengebirge“ begonnen, aber wegen eines Nervenzusammenbruchs im selben Jahr aufgegeben. Interessant die sehr stark voneinander abweichenden Ausgaben: Max Brod hat 1924 eine Nachlaßausgabe veröffentlicht und sich um eine möglichst in sich geschlossen wirkende Präsentation der Fragmente bemüht; meine Leseausgabe ist Teil der 12-bändigen kritischen Ausgabe, die bis ins Schriftbild hinein versucht, den Charakter der Handschrift zu bewahren.

Franz Kafka: Das Schloß. In der Fassung der Handschrift. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

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