Eine Woche im August

In Köln ist der Weltjugendtag zu Ende gegangen. Ich war mittendrin und habe Bücher verkauft. Unter anderem auch eine Bibel – auf kölsch.

Bewundernswert fand ich die Ausdauer der Abertausenden an Pilgern, die von frühmorgens bis spätabends meinen Abfahrts- und Ankunftsbahnhof zu belagern schienen und sich zwischendurch ziel- und planlos durch die Kölner Innenstadt zwängten. Bei jeder noch so geringen Gelegenheit wurde gejohlt, frenetisch geklatscht sowie von wenigstens einem, meist aber gleich mehreren Gruppenangehörigen die jeweilige Landesflagge geschwenkt. Netterweise war nicht gerade selten auch die bayrische darunter.

Die Arbeit in einem zur offiziellen Weltjugendtagsbuchhandlung umfirmierten Festzelt gestaltete sich dann doch etwas ruhiger, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass ich hauptsächlich für den Stand mit theologischer Fachliteratur und großformatigen Bildbänden zuständig war. Aber wer die zweibändige Kardinal-Frings-Biographie (mit einem Gesamtumfang von ca. 1500 Seiten) in seinen Pilgerrucksack quetscht ist ja auch irgendwo selber schuld, oder? Ist dann natürlich auch nicht vorgekommen. Besser ging dann eher noch das brandneue Kompendium zum Katechismus der katholischen Kirche (ein Priester aus der Schweiz verlangte 18 Exemplare). Außerdem: Köln-Devotionalien wie Biergläser und potthäßlicher, aber teurer (weil: versilberter) Schmuck rund um das Motiv Kölner Dom und natürlich die Kölsche Bibel, ein wirklich nicht so schlechtes Projekt, ausgewählte Stellen des Neuen Testaments ins Kölsche zu übertragen. Lieblingsepisode: Jesus määt d’r Tempel sauber.

Als private Gegenveranstaltung zur ganzen Frömmelei habe ich in den naturgemäß lang werdenden Zugfahrten Bram Stokers Dracula zu Ende gelesen. Endlich! nachdem ich das Buch schon ca. ein Jahr im Schrank stehen hatte. Faszinierend geschrieben, da es keine durchgehende Erzählung und ebensowenig einen Erzähler gibt, vielmehr setzt sich das Buch aus den Tagebucheinträgen der einzelnen Charaktere zusammen, eingestreut sind Briefe, Telegramme, Zeitungsausschnitte und dergleichen. So wird durch das Zusammen-Lesen (lesen hier im ursprünglichen Wortsinn!) der Einzeltexte der Gesamtzusammenhang für den Leser wie auch für die Personen im Buch erst langsam deutlich. Natürlich eine spannende Angelegenheit und zu Recht der Horrorklassiker schlechthin.

Zu guter Letzt: Das Bild ganz am Anfang dieses Eintrags stammt aus dem neuen Film von Cameron Crowe, Elizabethtown, der erst ganz ganz spät bei uns anlaufen wird, aber laut Information auf seiner Webseite Musik von Ryan Adams & The Cardinals enthält! Angeblich wurde dabei soviel aufgenommen, dass es für ein ganzes neues Album reichen könnte!! Im September kommt dann aber erstmal der Nachfolger des wunderbaren Cold Roses (das im Juni erschien)… das wird ein Ryan-Jahr!

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